AMÉRICA LATINA – Lebensraum der Gegensätze
In ihren Werken vereinen Filmschaffende Lateinamerikas eine breite Palette von Stilen, Geschichten und Stimmen, die die unterschiedlichen Identitäten der Region widerspiegeln. Soziale Ungleichheiten, Verlust der Verbindung zur spirituellen Welt, gesellschaftlicher Wandel, Streben nach Freiheit, Widerständigkeit und immer wieder diese tiefe Freude am Leben sind die Themen der Filmemacher*innen.
Maria Reiche: Das Geheimnis der Nazca-Linien
Montag, 19. Oktober um 19 Uhr
In den 1930ern ist die junge Dresdnerin Maria Reiche (Devrim Lingnau Islamoğlu) weit weg von ihrer deutschen Heimat in Dresden: Als Mathelehrerin schlägt sie sich in der peruanischen Hauptstadt Lima durch. Ihr beschauliches Leben wird jedoch umgekrempelt, als der französische Archäologe Paul D’Harcourt (Guillaume Gallienne) mit einer Bitte an sie herantritt: Maria soll für ihn ein paar alte Schriften übersetzen. Paul vermutet darin nämlich hinweise auf ein geheimnisvolles Kanalsystem in der Wüste bei Nazca im Süden des südamerikanischen Landes. Doch vor Ort tut sich ein noch viel größeres Geheimnis auf, dessen Ergründung Maria fortan fesseln soll…
Der Schamane und die Schlange – Eine Reise auf dem Amazonas
Montag, 26. Oktober um 19 Uhr
Anfang des 20. Jahrhunderts: Karamakate (jung: Nilbio Torres) ist ein Schamane eines indigenen Stammes im Amazonasgebiet. Er soll den deutschen Forscher Theodor Koch Grünberg heilen, der ohne die richtige Medizin sterben wird – weswegen sich der Schamane auf die Suche nach der geheimnisvollen Yakruna-Pflanze macht. 30 Jahre später wird Karamakate (jetzt: Antonio Bolívar) vom amerikanischen Biologen Richard Evans Schultes (Brionne Davis) besucht, der die Yakruna-Pflanze ebenfalls finden will. Gemeinsam gehen beide auf eine Reise in das Herz des Amazonas, auf der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinanderfließen. Karamakate und Richard Evans Schultes tauchen tiefer und tiefer ins Dickicht ein. Sie werden mit den Mysterien einer fast vergessenen Kultur konfrontiert – und mit den Schrecken der Kolonialisierung…
Der Sommer mit Mamã
Montag, 2. November um 19 Uhr
Seit 13 Jahren arbeitet Val (Regina Casé) als Haushälterin und Kindermädchen für eine reiche Familie und obwohl ihr immer wieder gesagt wird, dass sie doch längst ein Familienmitglied sei, hält sich Val stets an die von ihr verinnerlichten Regeln, die sie für standesgemäß hält. Für den 17-jährigen Fabinho ist sie so etwas wie eine zweite Mutter, dennoch würde sie sich nie erdreisten, mit der Familie am Tisch zu sitzen oder es sich im Haus gemütlich zu machen. Dann kommt aber Vals hübsche Tochter Jéssica (Camila Márdila) zu Besuch und wirbelt das Leben ihrer Mutter und deren Arbeitgeber gehörig durcheinander. Jéssica wurde einst von Val zur Pflege in eine andere Familie gegeben, damit Val Geld verdienen gehen konnte. Inzwischen ist sie erwachsen, möchte in São Paulo studieren und hält nichts von den archaischen Regeln, die ihre Mutter so streng befolgt…
Das tiefste Blau
Montag, 9. November um 19 Uhr
Die mittlerweile 77 Jahre alte Tereza (Denise Weinberg) erhält eines Tages eine behördliche Anordnung: Sie soll ihr bisheriges Leben in einer kleinen Industriestadt mitten im Amazonasgebiet aufgeben und in eine Seniorenkolonie umsiedeln. Doch das sieht Tereza gar nicht ein. Anstatt sich diesem fremdbestimmten Schicksal zu fügen, macht sie sich auf eine Reise durch die Flüsse und Nebenflüsse des Amazonas. Angetrieben von dem Wunsch, sich noch einen allerletzten Traum im Leben zu erfüllen, bevor ihre Freiheit endgültig eingeschränkt wird, begibt sie sich auf eine bewegende Reise in Richtung Selbstbestimmung und -erfüllung.
Birds of Passage – Das grüne Gold der Wayuu
Montag, 16. November um 19 Uhr
Kolumbien im Jahr 1968: Eine Familie der Ureinwohner vom Stamm der Wayuu steigt eher zufällig ins aufkeimende Drogengeschäft ein, als der junge Rapayet (José Acosta) amerikanischen Soldaten vom Friedenskorps etwas Marihuana verkauft. Lange bevor von einem Pablo Escobar überhaupt die Rede ist, legt die Familie in Kolumbien so den Grundstein für den Drogenhandel, für den das Land bald in aller Munde sein wird. Rapayet wird schnell zu einem der reichsten Männer in der Region. Doch schon bald erleben er und seine Familie neben Reichtum und Macht auch die tragische, gewaltvolle Seite des Drogenhandels und nicht nur das Leben des Stammes steht auf dem Spiel, sondern auch die Kultur der Wayuu. Denn ein brutaler Krieg um Macht und Geld zieht auf und das Leben der Stammesbewohner gerät in Gefahr.
*Ermäßigung für Schüler*innen & Student*innen, KulturPackt-Mitglieder, Menschen mit Behinderung und Begleitpersonen
Filmauswahl und Leitung: Beatrix Feuchtenberger, Annette Weigel, Karola Weigel, Sabine Dreibholz, Wolfgang Schmidt
Das Filmforum wird veranstaltet vom KulturPackt und dem KuK
Unterstützt von der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken