Die Cinéfête startet mit sechs Filmen in die neue Saison. Zum 25. Mal tourt das französischsprachige Filmfestival durch deutsche Lichtspielhäuser und verlagert den Sprachunterricht in den Kinosaal.
An alle Lehrkräfte:
Die Fachschaft Französisch des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums möchte Sie darüber informieren, dass in der Woche vom 13.07. – 17.07.2024 in Zusammenarbeit mit dem Schweinfurter Programmkino KuK das französische Jugendfilmfestival Cinéfête wieder in Schweinfurt gastieren wird. Wie Sie sicher bereits aus den vergangenen Jahren wissen, werden im KuK während dieser Zeit ausgewählte französische Filme für Schülervorführungen am Vormittag zur Verfügung stehen.
Der Besuch einer Filmvorführung kostet 5,00 Euro pro Schüler, begleitende Lehrkräfte sehen die Vorführungen kostenlos. Alle Filme werden in Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt. Bei Interesse bitte ich um eine Rückmeldung bis spätestens 08. Mai unter der Angabe der teilnehmenden Schule, Klassen (mit jeweiliger Schülerzahl), Filmtitel und evtl. ausgeschlossener Zeiträume an s.roesch@avhschweinfurt.de (Sabine Rösch, Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt, Fachschaft Französisch, Koordination Cinéfête). Wenn zeitlich nur ein Termin möglich ist, wäre ich für die Angabe eines Zweitwunsches dankbar, falls sich der erste nicht umsetzen lässt.
Hier die Auswahl der angebotenen Filme:
COCO FERME – COCO FARM
Der 12-jährige Max ist zunächst gar nicht erfreut, als er Montreal verlassen und mit seinem Vater aufs Land ziehen muss. Schnell wird ihm aber klar, dass auf dem Land nicht alles schlecht ist. Zum Beispiel die Frühstückseier, die hier von glücklichen Hühnern stammen. Begeistert von der guten Qualität beschließt Max, gemeinsam mit ein paar Freunden, die tierfreundliche Coco Farm zu gründen, auf der das Tierwohl an erster Stelle steht.
Gerne schaut die Cinéfête in andere französischsprachige Länder, zuletzt hauptsächlich nach Afrika. In dieser Saison freuen wir uns, erstmals einen Film aus der kanadischen Québec-Provinz zu zeigen, der auch thematisch unwiderstehlich ist: COCO FERME erzählt von dem unstillbaren Unternehmergeist des jungen Max, der den sprichwörtlichen Hammer in die Hand nimmt und mit Hilfe seiner Freunde versucht, die Welt ein kleines Stück besser zu machen.
EN FANFARE – DIE LEISEN UND DIE GROSSEN TÖNE
Der Star-Dirigent Thibaut erleidet einen gesundheitlichen Notfall und ist auf die Hilfe eines nahen Verwandten angewiesen. Gerettet wird er von seinem Bruder Jimmy, den er bis vor Kurzem noch gar nicht kannte. Angetrieben von Thibauts Dankbarkeit bauen die verlorenen Brüder eine Beziehung auf. Die Liebe zur Musik ist eine Gemeinsamkeit, aber der Klassenunterschied zwischen einem berühmten Dirigent und einem Posaunist in einem Arbeiter-Orchester lassen sich nicht leicht überwinden.
Emmanuel Courcol, der als Schauspieler begann und immer noch aktiv ist, beweist sich bereits zum zweiten Mal als erstklassiger Regisseur und Autor. Bereits mit UN TRIOMPHE war Courcol Teil der Cinéfête, nun legt er mit EN FANFARE nochmal zu. Seine musikalische Geschichte über zwei Brüder, die nach einer sehr unterschiedlichen Vergangenheit zusammenfinden, lief 2024 in Cannes und stand wochenlang an der Spitze der deutschen Arthouse-Charts.
GAGARINE – GAGARIN – EINMAL SCHWERELOS UND ZURÜCK
Yuri hat eine Gemeinsamkeit mit der Sozialbausiedlung Cité Gagarine, in der er lebt. Beide wurden nach Juri Gagarin benannt, dem ersten Mann im All. Ohne richtige Zukunftsperspektive träumt sich Yuri in fremde Welten und will selber Astronaut werden. Als die Hochhäuser des Banlieues abgerissen werden sollen, setzen er und seine Freunde alles daran, ihr Zuhause zu retten.
Egal, wo wir auf der Welt stehen, wir können den Blick immer in die unendlichen Geheimnisse und Möglichkeiten des Weltalls richten. Dies hat auch der junge Protagonist in GAGARINE verinnerlicht, der sich von seinen Träumen nicht abbringen lässt, egal ob es um die Reise ins All geht oder die Rettung seiner Siedlung. Das poetische Drama mit seiner fantastischen Bildsprache sollte im Wettbewerb von Cannes premieren, was leider durch die COVID-Pandemie verhindert wurde.
LE PANACHE
Das hartnäckige Stottern ist nur eines von vielen Problemen des jungen Colin. An seiner neuen Schule, die er nach der Scheidung seiner Eltern besucht, fühlt er sich ausgeschlossen und allein. Der charismatische Lehrer M. Devarseau sieht Colins Potenzial und besetzt ihn in einer Theateraufführung von „Cyrano de Bergerac“. Um auf der Bühne zu bestehen, muss der unauffällige Colin jedoch nicht nur sein Stottern in den Griff kriegen.
Erst in der vorigen Cinéfête-Saison in 2024/2025 zeigten wir erstmals einen Film der französischen Regisseurin und Autorin Jennifer Devoldère. In SAGE-HOMME widmete sie sich einem jungen Mann, der auf dem Weg zu seinem „unmännlichen“ Traumjob allerlei innere und äußere Hürden überwinden musste. Kaum ein Jahr später ist sie mit LE PANACHE zurück und zeigt erneut, wie wichtig nicht nur ein gesundes Selbstvertrauen, sondern auch Inspiration durch Freunde und Vorbilder ist.
LOUISE VIOLET – LOUISE UND DIE SCHULE DER FREIHEIT
Im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts geht ein Beben durchs Land. In Paris wird beschlossen, die landesweite Schulpflicht einzuführen. Die ambitionierte Lehrerin Louise Violet trifft in einem kleinen ländlichen Dorf ein, um dort den Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Doch bevor sie damit beginnen kann, muss sie den verärgerten Eltern erklären, warum Bildung wichtig für die Zukunft ihrer Kinder ist.
Eine Welt ohne das elementare Grundschulwissen können wir uns in Europa heute gar nicht mehr vorstellen, doch vor kaum 150 Jahren war geistige Bildung ein Privileg, das nur GroßstadtbewohnerInnen vorbehalten war. Trotz (oder gerade wegen) der schier unendlichen Informationen der modernen Welt wächst das Misstrauen zwischen den Menschen heute wieder. LOUISE VIOLET ist ein Plädoyer für das gegenseitige Entgegenkommen auf dem Weg in die Zukunft.
UN P’TIT TRUC EN PLUS – WAS IST SCHON NORMAL?
Paulo und sein Vater Lucien sind Bankräuber, sie haben sich außerdem verschätzt. Als die Flucht nach einem Raubzug aus dem Ruder gerät, schließen sie sich einer Reisegruppe eingeschränkter Männer und Frauen an und geben sich als Betreuer und Schützling aus. Eigentlich müssen sie das Spiel nur einige Tage aufrecht erhalten, bis Gras über ihren Raub gewachsen ist, doch sie unterschätzen die Auffassungsgabe ihrer Mitreisenden.
Die Inklusion von behinderten Menschen hat in den letzten Jahren stark zugenommen, zumindes theoretisch. Praktisch sind geistig oder körperlich Behinderte nur selten Teil des Alltags und der gemeinsamen Popkultur. Dass dies auch anders geht, zeigt der Kinohit UN P’TIT TRUC EN PLUS, der in Frankreich fast 11 Millionen BesucherInnen amüsierte. Dabei werden vor allem seine gehandicappten Figuren weder auf ein Podest gestellt, noch zur Seite geschoben, stattdessen einfach so gezeigt, wie sie sind: Ganz normal eben.
Weitere Infos und Begleitmaterial auf:
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Hinweis zur Barrierefreiheit: Die Kinosäle sind für alle zugänglich (mobile Rampe vorhanden), die Toiletten sind leider nicht barrierefrei (nur über Kellertreppen erreichbar).